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Schmerzen am Morgen

Viele Menschen bekommen ihre Episoden mit akuten Schmerzen im Rücken, im unteren Rücken oder im Nacken nachts im Schlaf und wachen dann zu einem mürrischen und schmerzhaften Morgen auf. Schmerzen am Morgen sind auch bei Menschen mit chronischen Schmerzen im unteren Rücken ein häufiges Phänomen.

Selbst viele, die ihren Alltag mehr oder weniger völlig schmerzfrei leben, wachen mit Beschwerden oder Steifigkeit im Körper auf.

Warum tut der Rücken morgens weh?

Sehr oft erzählen Menschen, dass sie wegen Schmerzen oder Unbehagen im Körper nicht viel länger als bis 7 Uhr schlafen können. Der untere Rücken macht dabei oft die meisten Probleme. Sind sie erst einmal in den Tag gestartet, gibt es überhaupt keine Schmerzen oder Steifigkeit mehr.

Wie kommt es, dass der Körper morgens gern besonders wehtut? Es gibt drei grundlegende Erklärungen.

Entzündlicher Schmerz

Etwas, das morgens im Rücken oft besonders aktiv ist, ist die sogenannte Spondyloarthritis, auch Morbus Bechterew genannt. Das ist eine entzündlich-rheumatische Erkrankung der Gelenke von Wirbelsäule und Becken.

Der Zustand ist gut bekannt, aber man weiß nicht genau, warum er entsteht, und man weiß auch nicht, warum er morgens besonders aktiv ist und Schmerzen verursacht.

Aber auch wenn Morgenschmerzen bei diesen entzündlichen Rückenschmerzen eine Rolle spielen, gibt es keine starke Verbindung zwischen beiden. Die meisten Fälle von Rückenschmerzen und Steifigkeit am Morgen kommen nicht von einem Entzündungsprozess (1).

Es kann sinnvoll sein, in deiner Hausarztpraxis nach Spondyloarthritis zu fragen, wenn:

  • andere in deiner Familie Spondyloarthritis haben
  • entzündungshemmende Mittel wie Ibuprofen gut gegen die Rückenschmerzen wirken
  • du auch an anderen Stellen im Körper entzündliche Schmerzen hast.

Muskelschmerzen und Triggerpunkte

Schmerzen in der Muskulatur oder sogenannte Triggerpunkte sind im unteren Rücken häufig, und sie können einer der Hauptgründe sein, warum es morgens wehtut.

Die Muskeln neben der Wirbelsäule (die paraspinale Muskulatur) füllen sich gern mit empfindlichen Punkten oder Triggerpunkten, wenn man inaktiv ist oder in anstrengenden Haltungen verharrt. Das kann der Grund sein, warum sie nachts entstehen, denn beides trifft im Schlaf oft zu.

Es ist nicht ungewöhnlich, in einer verdrehten und schmerzhaften Haltung aufzuwachen, ohne zu ahnen, wie man dort gelandet ist. Im Schlaf merkt man oft nicht, dass man sich umgedreht und in eine ungünstige Haltung gelegt hat.

Triggerpunkte entstehen gern in diesen anstrengenden Haltungen und können dich so morgens mit Rückenschmerzen wecken.

Gehörst du zu denen, die solche Triggerpunkte haben, kann es sinnvoll sein, sie selbst zu behandeln. Wie man Triggerpunkte behandelt, liest du im Ratgeber zu Schmerzen im unteren Rücken.

Die Bedeutung der Schlafhaltung

Wie gesagt, können Inaktivität und verdrehte Schlafhaltungen eine Rolle für Muskelschmerzen und Schmerzen am Morgen spielen.

Die Haltung, in der man schläft, spielt für viele Formen von Rückenschmerzen durchaus eine Rolle. Leider ist diese Rolle meist ziemlich klein, das heißt, andere Faktoren spielen wohl eine größere Rolle. Dazu kommt, dass es richtig schwer sein kann, die eigene Schlafhaltung zu ändern.

Wie bei sitzender Arbeit ist normalerweise nicht die Haltung das Problem, sondern die Dauer derselben Haltung. Trotzdem würden viele zustimmen, dass sie ziemlich steif würden, wenn sie auf einem Bürostuhl mit den Armen auf dem Schreibtisch verschränkt einschlafen.

Die Haltung kann das Problem deshalb verschlimmern.

Auf dem Bauch liegen

Manche liegen gern auf dem Bauch, andere bekommen davon Schmerzen. Es ist nicht falsch, auf dem Bauch zu schlafen, aber ein Teil der Menschen bekommt in dieser Schlafhaltung Nacken- und Rückenschmerzen.

Gehörst du zu denen, die auf dem Bauch schlafen, lohnt es sich also, eine Rückenlage auszuprobieren. Das kann natürlich schwierig sein, wenn du dich lange an genau diese Haltung gewöhnt hast. Du kannst versuchen, ein paar Kissen an die Seiten zu legen, damit du dich in der Nacht schwerer auf den Bauch drehst.

Beweg dich in der Nacht

Hast du tatsächlich Schmerzen und kannst nachts nicht schlafen, gibt es keinen Grund, liegen zu bleiben. Steh auf und mach stattdessen ein paar Übungen oder etwas Selbstmassage.

Den Rücken zu bewegen, kann den Schmerz dämpfen, weil so die Rückenmuskeln angeregt werden, die sonst von Inaktivität geprägt sind.

Quellen

  1. The discriminative value of inflammatory back pain in patients with persistent low back pain